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Mayen - Pamplona mit dem Rennrad |
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Zur Diashow |
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Vorgeschichte |
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Wie immer gibt es mehrere Quellen aus denen sich etwas speist:
Deutsch-französische Aussöhnung, Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Burgund, Städtepartnerschaft Mayen-Joigny. Als ich 1965 mit der katholischen Jugend St. Clemens zum Zelten nach Joigny fuhr, war ich auch erstmals in Vézelay, konfrontiert auch mit meinem Namenspatron. Da ist viel frankophilies auf das ich als Vorsitzender des Freundschaftskreises Mayen-Joigny nach 40jährigem Bestehen der Städtepartnerschaft zurückblicke.Sieben Jahre ist es her, dass wir in Mayen die St. Matthias Bruderschaft wieder gegründet haben. Jedes Jahr pilgern wir mit weit über 100 Menschen wie Du und ich drei Tage zum Grab des heiligen Matthias in beeindruckend tiefer Überzeugung.Zum sportlichen Radfahren kam ich spät – gegen Mitte 40.Dann denke ich an den heiligen Jakobus und Santiago de Compostella bei mehreren Kölsch vom Köbes im Schatten des Kölner Doms im Jahre 2003 mit dem festen Willen, da fährst du hin. Zu Fuß sah ich von der Zeitachse keine vernünftige Perspektive, bei gleichzeitiger Bewunderung guter Mayener Freunde, die auf diesem Wege schon weit fortgeschritten sind. Also Vorsatz Beginn Mitte 2004 bis 2005. Informationen am Dom in Trier, Reiseberichte gelesen, Abfragen über verschiedene St. Jakobus Bruderschaften, Gespräche mit Brudermeister Heinz Schäfer, auch er zu Fuß unterwegs, und vielen anderen die man im Laufe der Zeit abfragt. Bei einer Radtour nach Wien das erste Gespräch mit Rolf Schumacher, dem Vorsitzenden des Radsportclubs Mayen. Da fahr ich mit, so seine Antwort. Obwohl ich es kaum glaubte. Dann weitere Planungen. Weihnachten 2004 stand im Prinzip die erste Etappe von Mayen nach Vézelay.
Meine Zeit stand fest: Abreise Ostermontag, 28.03.2005. In vier bis fünf Tagen einschließlich Rückfahrt und dann ging es Schlag auf Schlag. Beim Neujahrsempfang der Mayener CDU am 07.01.2005 habe ich meine Absicht Rolf Schumacher mitgeteilt. Seine klare Antwort, ich fahre mit und dabei bleibt es. Ich wäre auch alleine gefahren. Zu zweit schien es mir besser, aber ich hatte auch Vorbehalte gegen mehr, weil so etwas zusammenpassen muss. Wenige Minuten später erklärte ein Gesprächszeuge, Wendelinus Knichel, dass er Interesse habe mitzufahren und es dauerte nur wenige Tage bis das klar war, also waren wir zu dritt.
Wieder etwas später sagte mir Rolf Schumacher, dass ein guter Freund, Norbert Geilen aus Mendig, den ich kennen müsste, was sich aus alter Schulzeit bestätigte, mitfahre. Er wollte das Begleitfahrzeug fahren. Zu viert waren wir bestens zusammen kulturell, sportlich und religiös. Dafür kann man nur dankbar sein. Er fuhr morgens zum Ziel, organisierte das Notwendige mit seinen erstklassigen Frankreich- und Französischkenntnissen und kam uns mit dem Rad entgegen. Wir hatten die Planungen weitgehend klar, aber bewusst nur das erste Abendziel in Wincheringen gebucht. Die weiteren Ziele standen als Orte fest, nämlich Toul, Chaumont, Montbard, weil wir überlegten, ob es sinnvoll sei, am vierten Abend schon in Vézelay zu sein oder ob wir uns am fünften Tag morgens noch eine kleine Etappe nach Vézelay gönnen sollten, wie es dann später gekommen ist.
Über die Sache kamen Wendelinus Knichel und ich zu neuen Rennrädern, nach dem wir von der ursprünglichen Absicht mit Gepäck am Rad zu reisen abgekommen waren.
Ich hatte dann die ganze Strecke mit dem Auto mit mehren Variationen abgefahren und hatte ein Grobprofil, aus dem sich die verschiedenen Möglichkeiten der Einzelstrecken ergaben. Man weiß ja nie, was einen unterwegs erwartet an Witterungseinflüssen oder auch Pannen, wie sie Gott sei Dank unterblieben sind. Also hatten wir die notwendige Flexibilität, das richtige Kartenmaterial und die richtige Vorbereitung mit der richtigen Gruppe und konnten starten.
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1. Etappe: Mayen-Vézelay |
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Ostersonntags, 27.03.2005, abends, besuchte ich Pastor Müller von St. Clemens, der mir Glück und Gottes Segen wünschte und den Stempel in den Pilgerpass drückte, dann wurde gepackt, geladen und dem Start entgegengeschlafen.1. Tag: Ostermontag, 28.03.2005, 9.00h Abfahrt in der Kolpingstraße, wo wir in der Matthias Kapelle noch eine Kerze aufgestellt haben. Es ging über Monreal, Ürsfeld, Gunderath, Horperath, Berenbach, Ulmen, Meiserich, Steiningen (wo eine große Pferdesegnung stattfand) und dann nach Mehren auf dem Radweg von Daun nach Wittlich auf der alten Bahntrasse. Es war kühl und auch luftfeucht, hat aber Gott sei Dank – noch – nicht geregnet. Eine schöne Landschaft durch die wir gefahren sind mit gefälligen Strukturen, vor allem bei Plein mit drei Tunneln bei KM 68 bis 70. Wittlich erreichten wir bei km 74. Nach einem kurzen Imbiss im Alten Gasthaus Müller ging es weiter über Treis, Salmtal nach Hetzerath, wo uns Norbert Geilen an der Kirche bei KM 90 entgegenkam. Es ging dann über Föhren und Schweich auf der Moselweinstraße (über Quint L47 wäre es besser gewesen) nach Ehrang und Trier, wo wir wie aus Wassereimern beregnet wurden und uns schon nass bis auf die Haut unterstellen mussten.
Zur Dominfo, Pilgerstempel holen, kurzer Besuch des Doms, dann nach St. Matthias bei km 119. Leider war der Shop geschlossen und auch von der Bruderschaft niemand erreichbar, so dass wir den fälligen Stempel nachholen müssen.
Aus Trier heraus hörte der Regen auf und wir wurden wieder langsam trocken über Wasserbillig (km 128), Grevenmacher (km 138) nach Wincheringen, wo wir im Hotel Moselblick – oben am Hang – nach abschließender Bergetappe bei km 152 müde aber wohlbehalten ankamen.
Das Streckenprofil in der Eifel ist bis zum Radweg Daun – Wittlich wellig. Von Mayen rauf zur Kond, dann runter nach Monreal bis Gunderath, dann etwas nach oben, hinter Ulmen nach Steiningen runter, auf der südlichen Seite der Autobahn zwei deutlichere Steigungen hoch bis man den unproblematisch zu befahrenden Radweg erreicht. Von Wittlich nach Trier ist es im wesentlichen flach, allenfalls der stetige Süd-Westwind hindert.
Fahrstrecke 152 km, Fahrzeit 7,0 Std., Durchschnitt ca. 22 km. Die errechnete Strecke war um 17 km überschritten. Die Übernachtung im Hotel Moselblick war gut, mit 70,00 EURO pro Doppelzimmer nicht billig aber angemessen. Das Hotel ist empfehlenswert.
Bleibt noch nachzutragen, dass ich mich am ersten Tag an beiden Achillessehnen überanstrengt hatte, wohl weil der Sattel etwas hoch war. Nun über körperliche Beeinträchtigungen wird noch zu berichten sein.
2. Tag, 29.03.2005, Dienstagmorgen, 7.30h, raus, Frühstück, 9.00h Abfahrt, Wetter durchwachsen, diesig, kühl, aber trocken. Vor allem linke Ferse schmerzt noch von gestern. Die übrigen Teilnehmer sind top fit und fahren ohnehin eine Klasse besser. Nachdem der Sattel etwas tiefer ist, geht es besser. Von Wincheringen ging es zunächst auf die andere – Luxemburger – Seite und wir fuhren schön glatt über Remich, Schengen nach Contz-Les-Bains. Dann sind wir rüber auf die andere Moselseite nach Rettel. Wir wollten Diedenhofen in West-Süd-Richtung umfahren. In Rettel ging es dann richtig rauf 13% auf die N153, die vergleichsweise stark befahren ist. Man kann auch auf der anderen Moselseite bleiben und über Haute-Kontz, Gavisse-Cattenom fahren und dann über Ham die Umfahrung von Diedenhofen. Uns schien das andere kürzer und trotz starkem Verkehr waren die 12 km bis Ham aushaltbar. Dann ging es links auf die D56 über Valmestroff, Distroff, Stuckange (200 km), Immeldange über Mondelange, Hagondange nach Metz. Zu erwähnen ist, dass es von Ham nach Distroff zwei deutliche Anstiege gibt und von Immeldange aus, egal wo man fährt, starker Verkehr, wie im Industriegebiet zwischen Diedenhofen, Metz und Pont á Mousson nicht anders zu machen. Es gab da im wahrsten Sinne des Wortes „Dreck zu fressen“. Zunächst einmal bis Metz (km 231). In Metz Dombesichtigung. Die nette Frau an dem Karten- und Andenkenverkauf im Dom konnte uns mit dem Stempel nicht weiterhelfen, weil auch in der Kathedrale von Metz bis 15.00h niemand erreichbar ist, so dass ich einen Stempel beim Tourismusbüro direkt gegenüber abholte. Kurz auf dem Marktplatz ein kräftigendes Bier in der Sonne. Es war überhaupt vergleichsweise warm geworden und Gott sei Dank ganz trocken. Dann ging es weiter aus Metz heraus über Montigny-Les-Metz bei Ars-Sur-Metz D6 auf die andere Moselseite und dann über Arnaville D952 nach Pont-a-Mousson. Bei Prény kam uns Norbert entgegen. Es ist schon erstaunlich, wie der Siedlungszusammenhang zwischen Diedenhofen und Metz und Pont-a-Mousson ist und pausenlos dicke Lkws herumfahren, die sehr schnell erscheinen und keinerlei Rücksicht auf Radfahrer nehmen. Zwischen Metz und Pont-a-Mousson war es noch dreckiger als zuvor. Es ging dann noch bis Dieulouard N57 so weiter und dann wurde es ruhiger, wie abgerissen. Wir hatten uns entschieden über Pompey nach Toul zu fahren und nicht über die N411. Das scheint zwar auf der Karte mit 33 km direkter. Diese Straße ist aber sehr stark befahren, gefährlich und vorsichtig ausgedrückt sehr wellig. Da ist es weiter Richtung Nancy angenehmer mit wesentlich weniger Verkehr, wenn auch einige Kilometer weiter. In Pompey eine kurze Rast, ein kräftigendes Bier und dann auf der linke Moselseite über Liverdun und Villey-St. Etienne nach Toul. Das ist der anderen Seite über die D90 vorzuziehen. Kaum ein Auto begegnete uns und das Höhenprofil ist auch besser als auf der anderen Seite, wo es zumindest zwei erhebliche Steigungen gibt, wenn auch auf dieser Seite bei Villey und unserem Kilometer 298 eine deutlich lang aufsteigende Rampe von mehr als einem Kilometer besteht. Dann ging es die letzten 12 Km nach Toul. Da wurden wir schon langsam müde und vielleicht hatten wir doch zu wenig getrunken und gegessen, obwohl wir schon sehr darauf geachtet haben.
Bei dieser Kilometerleistung muss viel getrunken werden, auch wenn man sich dazu zwingen muss.
In Toul zum Hotel La Villa Lorraine noch eine Stadtrundfahrt, dann waren wir glücklich da. Die Unterkunft ist bescheiden, aber ok. Mit 39,00 EURO das Doppelzimmer und 5,50 EURO das für französische Verhältnisse gute Frühstück in Ordnung. Direkt gegenüber ein empfehlenswertes Restaurant Au Coq en Pate. Dann ab ins Bett.Immer wieder staune ich über die sogen. Grand Lits. Das mag ja für ein an Nähe gewohntes Pärchen gut sein, für zwei erwachsene Männer nach anstrengendem Tag ist das nicht optimal. Man muss sich daran gewöhnen.
Die Etappe war mit 160 km die längste, Fahrzeit 7,30 Std. bei gut 21 km im Schnitt, niedriger als am Vortag, weil zig Ampeln im Großraum Metz uns immer wieder zum Anhalten und neu Anfahren gezwungen haben. Meine Ferse schmerzte, inzwischen auch ein paar Schmerzen bei den anderen in der Muskulatur. Etwas Heparin, eine in der Pharmazie neu besorgte Salbe mit dem bezeichneten Namen „Saint Bernard“ und etwas bandagieren halfen über Nacht zur Linderung, so dass wir am kommenden Tag die nächste Etappe in Angriff nehmen konnten.
3. Tag. Nachts hatte es stark geregnet und es war morgens kühl und stark bewölkt, alles rundherum nass und es sollte auch nicht wärmer als 13° werden. In Toul war es nicht möglich in die Kathedrale zu kommen. Die ist an Wochenenden offen oder für vorbestellte Gruppen. Also Stempel vom Office de Tourisme. Aber da war auch keiner, der was wusste, so dass die freundliche junge Frau zehn Minuten gesucht hat, bis sie irgendeinen Stempel gefunden hatte, den sie in unseren Pilgerpass drücken konnte. Inzwischen hatte es langsam angefangen zu regnen.
Und der Regen hat uns begleitet, die schöne aber gut zu bewältigende Steigung von Toul über D960 nach Blénot-les-Toul. Von dort über Bulligny, Barisey (la Côte und au Plain) nach Autreville. Praktisch kein Verkehr, aber kalt und regnerisch. Von Autreville mussten wir rund 19 km die N74 fahren. Das war wegen des Verkehrs wenig lustig, aber wir waren in ¾ Std. durch. In Soulosse konnten wir dann auf eine Nebenstraße Richtung Coussey. Diese D3 und später D71 E, noch später D19 ist sehr zu empfehlen, weil verkehrsarm bis verkehrslos. In Coussey waren wir so nass und durchgefroren, dass wir Pause brauchten und siehe da, ein kleines Gasthaus, ganz bescheiden, aber eine heiße Lasagne, etwas Salat und zu trinken für 8,00 EURO und trocken und wieder aufgewärmt konnten wir wieder raus. Na ja, das Wetter war wie gehabt und im Regen ging es weiter über Sionne, Midrevaux nach Grand. Dazwischen zwei Himmelsleitern. Man ahnte es schon an den Höhenangaben zwischen Sionne und Grand auf der Karte. In Grand bei Tageskilometer 60 ein sehr schönes römisches Amphitheater. Von dort weiter über Trampot, Leurville und Busson, Reynel, Vignes-La-Cote nach Andelot. Inzwischen war es etwas heller, trocken und wärmer geworden und wir fuhren auf der D44 Richtung Bologne. Nachzutragen bleibt, dass von Soulosse aus wir die größere Stadt Neufchâteau umgingen auf kaum verkehrführenden Straßen mit gut zu bewältigenden Steigungsverhältnissen. Diese Nebenstrecken haben uns auch vom Landschaftsbild sehr gefallen. Andererseits sind die kleine Orte vollkommen leer, man sieht keinen Menschen oder zwei, drei Bauern bei der Arbeit. Nicht selten sind zwei von drei Häusern verfallen und ein örtliches Leben kaum erkennbar. Die vielen kleinen Kirchen sind ausnahmslos geschlossen, oft dauerhaft, weil baufällig. Andererseits sind die Straßen in einem erstklassigen Zustand. Man hat das Gefühl, man fahre auf überbreiten Radwegen ungestört durch das riesige Land.
Auch die Strecke Andelot über Bologne auf der D44, später D109, dachten wir als Umgehung von Chaumont. Dort hatte Norbert auch keine vernünftige Unterkunft gefunden. Er kam uns nach Abstimmung über das Handy vor Bologne entgegen bei Briaucourt. Überhaupt war das Handy ein erstklassiges Kommunikationsmittel. Für diese Art von Fahrt unverzichtbar.
Norbert hatte uns etwas weiter ins Land untergebracht. Es ging hinter Bologne über D109, Marault, Jonchery, Villiers-Le-Sec südlich von Chaumont am Flugplatz vorbei auf die D10, Zufahrt von Chaumont zur Autobahn. Die 6 km waren ein schlimmes Stück wegen der vielen Lkws. Erst später haben wir gemerkt, dass man das auch anders fahren könnte von Villiers über die D101 Montsaon und Semouviers an den Autobahnanschluss. Für uns ging es weiter über Richebourg auf D10 durch den Forêt de Chateauvillain et d‘Arc, inzwischen praktisch verkehrslos, die restlichen 14 km nach Arc-en-Barrois in ein schönes Hotel „Le Park“, also etwa 15 km südwestlich der denkbaren „Idealstrecke“.
Ankunft nach 130 km, knapp 22 km Durchschnitt, Fahrzeit knapp 6,30 Std. Allgemeine Schmerzempfindungen an Knien, Linus etwas bei beiden, Rolf vor allem links, Norbert durchtrainiert und schmerzlos, ich selbst rechtes Knie und linke Achillessehne. Es war nicht schlimmer geworden, aber auch nicht besser.
Die Unterbringung im Le Park war gut. Bettenkritik wie gehabt. Um 4.00h längeres Hundegebell. Das Doppelzimmer für 47,00 EURO, Frühstück 7,00 EURO. Das Abendessen war gut in Ordnung. Das Örtchen nett. Kirche wie gehabt – vergittert. Dennoch hereingekommen, um ein Kerzchen aufzustellen und, wie in Trier beim Grab des heiligen Matthias und in Metz einen kleinen Basaltlavastein auf den Altar zu legen.
4. Tag: Nette Leute beim Rathaus, die mir einen Stempel in den Pilgerpass besorgten und dann war ein Wechsel fällig.
Meine Schmerzen hatten sich über Nacht verfestigt und ich kam mit Norbert überein, dass ich den Wagen fahre und dann mit dem Rad entgegenkomme. Der Tag fing mit starkem Regen an. Die Radfahrer hatten etwas mehr Glück, weil der Regen sich nach Südosten verzog, so dass sie von Arc über Aubepierre, La Chaume über die D159 und D102 nach Bissey-La-Cote auf D965 kamen. Inzwischen war ich über Chatillon-Sur-Seine nach Montbard gekommen und habe eine Unterkunft gesucht, die ich in Buffon fand, dem nach den berühmten Philosophen und Wissenschaftler benannten Ort. Das Le Marronnier war teuer, Essen ausgezeichnet. Doppelzimmer 60,00 EURO, zum Bett ist das übliche nachzutragen, Frühstück 7,50 EURO, war für Baguette, Butter und Marmelade effektiv zu viel. Hier wie in allen anderen Unterkünften Dusche und WC in Ordnung. Selten haben wir die Dusche so genossen, wie abends nach den Anstrengungen. Meine drei Radfahrer befanden sich vor Chatillon, weil sie von Bissey über die D965 durch Chatillon bis Ampilley-Le-Sec mussten, ca. 22 km. Nur in Chatillon gab es bedeutenden Verkehr im Ort. Von Ampilly ging es auf die D29 A über Massoult, Nesle, Planay, Verdonnet, Asnieres-en-Montagne, Cry, Perrigny-Sur-Armancon Richtung Montbard nach Buffon. Dieser Weg über die D29 ist praktisch menschenleer und verläuft auf einer einheitlichen Höhenlinie bis Asnieres. Von dort geht es runter zum Kanal de Bourgogne.
Wir hatten bewusst eine Unterkunft im Umfeld von Montbard gewollt, weil wir nicht am vierten Tag bis Vézelay oder in unmittelbare Nähe wollten. Wir wollten am fünften Tag mittags in Vézelay sein. Nach dem ich das Hotel gebucht hatte, noch ein kurzes Telefonat, dann aufs Rad und den Dreien entgegen. Von Buffon in die Berge nach Asnieres. Dahinter haben wir uns trotz telefonischer Abstimmung verpasst. Es geht halt nichts über eine genaue Ortsangabe. Andererseits hatten wir hier und auch an einigen anderen Stellen keinen Handyempfang, aber was solls. Ich kam vom Osten über Cruchy und Blaisy nach Buffon, die anderen von Westen – wie geplant. Tagesetappe 100 km in 4,5 Std.
Nach warmer Dusche und etwas Erholung dann zur Abtei von Fontenay. Das liegt ca. 7 km hinter Montbard. Das ist ein bemerkenswerter Ort, mit 8,70 EURO Eintritt nicht billig aber mit einer tollen Bücherei ausgestattet. Dann nach Montbard, eine Stadtbesichtigung, Geld holen, in einer typischen französischen Kneipe ein Bier trinken. Auch hier der Versuch erfolglos in eine Kirche zu kommen. Dann zurück zum Abendessen und schlafen, jedenfalls bis morgens 6.00h, als der Verkehr auf der D905 anfing.
5. Tag: Meine Achillessehne wie gehabt, so dass ich auch am letzten Tag den Wagen fuhr. Es waren 19° Tagestemperatur angekündigt. Als es los ging war es stark neblig, feucht und 5,5°. Ich fuhr nach Montbard, um dort einen Stempel in unseren Pass zu holen, weil am vorausgegangenen Nachmittag schon alles zu war. Ich bekam ihn im Rathaus und fuhr über Aisy, Vassy, Avallon nach Vézelay. Die Etappe war mit 60 km vergleichsweise kurz. Ich musste mich eilen, um den anderen noch eine merkbare Strecke entgegenfahren zu können. Auch auf der Straße von Buffon nach Avallon keinerlei Verkehr. Zwei Hände voll Autos auf rund 40 km. Die Dörfer so gut wie vollkommen verlassen. Der dichte Nebel hörte nicht auf und die Temperatur lag auch um 11.00h noch bei nur 6°. Die Strecke selbst ohne allzu große Herausforderungen führt über Aisy-Sur-Armancon und Bierry, Vassy, Santigny mit einer etwas langgezogenen Steigung nach Montreal, was man nach einer schönen Abfahrt erreicht. Im Ort geht es langgezogen wieder etwas aufwärts und dann wieder runter bis zur nächsten langgezogenen Welle, wie auf vielen Straßen in Frankreich üblich. Die Sonne begann langsam durch den Nebel zu dringen. Avallon ist mit Cochem verschwistert, etwa so groß wie Toul mit 9000 Einwohnern und man muss dahinter direkt aufpassen, weil es mehrere Möglichkeiten nach Vézelay gibt, einmal 20 und einmal nur 14 km. Die kürzere Strecke mit stärkerem Gefälle und Steigung. Am schönsten ist es durch das Tal von Cousin auf der D427 zu fahren. Das ist sehenswert. In Avallon war es hell und die Temperatur begann anzusteigen. Etwa ein km später ging es dann 9% runter bis Pontobairey und vom Ortskern auch wieder genauso rauf, dann ganz langgezogen mehrere km von Frontette aus hoch, anschließend eine längere Abfahrt bis St. Pere und zum Schluss richtig rauf nach Vézelay, lang und stetig ansteigend. Ich hatte das Auto im unteren Ortsteil von Vézelay geparkt, war auf das Rad gesprungen und Richtung Avallon gefahren. Kurz davor oder besser für die anderen dahinter am Ausgang des Tals von Cousin traf ich sie und wir fuhren gemeinsam den letzten Teil zurück. Unterwegs hatte ich in der Nähe von Frontette am Hotel „Chrispol“ einen Fußpilger getroffen, mit dem ich länger sprach. Er kam aus den Vogesen und wollte zu Fuß durch bis Santiago de Compostella. Er lag später am Aufstieg zwischen St. Pere und Vézelay am Straßenrand und hat uns freundlich zugewinkt.
Inzwischen war es 18° und wir kamen nach dem harten Anstieg am Ortsschild Vézelay an, kurzes Beweisfoto und die letzte Steigung durch den Ort zur Kathedrale bei km 60. Ich hatte morgens die Pilgerstempel geholt und wir kamen rechtzeitig zum Mittagsgebet in die Kirche mit einem ergreifenden klaren Gesang der Nonnen und der Mönche. Das war ein stark emotional berührender Moment für uns alle dort zu knien, dankbar zu sein, zuzuhören und einzukehren.
Dann ein paar Kerzen aufgestellt, für alle Lieben und weniger Lieben gebetet. In der Krypta der heiligen Magdalena haben wir eine eigene Kerze aufgestellt und einen kleinen Basaltlavastein aus Mayen vor dem Tabernakel abgelegt, bevor wir nach ausführlicher Besichtigung der Kirche zur letzten Abfahrt auf unsere Räder stiegen.
Eine Kleinigkeit zu essen gab es nicht, weil der Wirt sich damit nicht abgeben wollte und gegenüber, wo es eine Kleinigkeit geben sollte, war geschlossen. Da sind wir ins Auto und kurz nach 14.00h Richtung Heimat abgefahren.
Nachzutragen ist Gesamtfahrtstrecke 602 km auf dem Fahrrad.
Auf der Heimfahrt haben wir einen Zwischenstopp gemacht, Rotwein, Baguettes, Käse, Wurst gekauft und ein Picknick in der Sonne genossen. Norbert hat uns von Vézelay rundherum gut heimgefahren. Zwischen 21.00h und 22.00h war jeder zu Hause, müde, glücklich, voller neuer Erfahrungen und mit dem festen Vorsatz weiterzufahren auf die nächste Etappe von Vézelay Richtung Pamplona. |
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2. Etappe: Vézelay-Pamplona |
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Von Vézelay nach Pamplona 896,53 km vom 23.07.2005 bis 30.07.2005 inkl. Logistik.
Teilnehmer: Norbert Geilen, Linus Knichel, Rolf Schumacher, Bernhard Mauel
Über Wochen hinweg die Vorbereitungen unserer 2. Etappe von Vézelay nach Pamplona. Kartenstudium, Berechnungen, Festlegung der Zwischenziele, Strecke abgefahren Anfang Mai in drei Tagen 3200 km allein, weil sich das besser plant und dann doch „verplant“ zu Hause nach einem Gespräch mit Norbert. So schön es von Vézelay über La Charité Sur Loire auch ist, über Nevers, das hat mehr, nicht nur als Partnerstadt von Koblenz, sondern wegen des Grabes der Heiligen Bernadette. Und dann ergab sich, dass für vier Tage neu geplant werden musste.
Hotel und sonstige Unterkünfte das war nach den Erfahrungen von Ostern nicht so spannend, wie wir uns das vorgestellt hatten. Also entweder vorbuchen oder wieder Suchprobleme. Da kamen wir auf den Gedanken, wie es mit einem Wohnmobil wäre. Und das hat sich in jeder Hinsicht gut gemacht.
Natürlich herumgesucht und dann bei der Firma Klein, Plaidt (das Gute liegt so nah), gelandet. Erstklassig beraten und behandelt – preiswert und gut. Mobil gemietet, zwei Tage vorher abgeholt und mehr als einen Tag nach Rückkehr wieder abgeben ohne Mehrkosten zu einem vernünftigen Preis. Die Überraschung: Als wir es abholten, bekamen wir ein nagelneues Ding. Für die notwendige Küchenausstattung (Porzellan usw.) hat vor allem Norbert perfekt gesorgt.
1. Tag, Samstag, 23.07.2005 – Vézelay nach Nevèrs
Also Samstagmorgen, 5.00h, in Mayen los. Die Fahrt gut und ohne Probleme. Das Mobil komplett eingerichtet mit den Dingen, die man zum Leben braucht. Was soll man irgendwo suchen, was man mitnehmen kann: Ausreichend Wasser, Grundverpflegung, Ersatzteile, andere Getränke. Die Bestätigung einer richtigen Entscheidung. Mittags in Vézelay gerade als die Nonnen und Mönche wieder beim Mittagsgebet waren. Wir haben da weitergemacht, wo wir das letzte Mal geendet haben. Berührend und tiefgehend der beidhändige Gruß einer Nonne – der Friede Jesu Christi sei mit Dir...
Kurze Vereinbarung. Ich fuhr den Wagen nach Nevers, vergleichsweise schnell den Campingplatz auf der Südseite der Loire mit Blick auf die Stadt direkt an der Brücke gefunden und dann ab auf das Rad durch das Tälchen der Nièvre über Feuilles, Saint Aubin, Dompierre, unterwegs telefoniert, weil die Anderen von Norden kamen, über Fontenay, Nuars, Guzy, Asnan, Brinon, Arthel, St. Bonnot, trafen wir uns bei einem alten Bauern, der einen uralten Stuhl andächtig anstrich. Nettes Gespräch mit ihm, der kaum begriff was wir tun. Von Vézelay nur ein Lokal, das geschlossen war. Insgesamt 97km bei dem üblichen 23er Schnitt (68 km bei 26er Schnitt. Ich hatte auch das bessere Gelände.). Wohlbehalten angekommen, alles eingerichtet, wie man es braucht, in Nevers essen gegangen. Da spielte tolle Musik und viele junge Leute waren im Schatten der Kathedrale. Ab ins Bett, eine neue Erfahrung, Norbert draußen als Frischluftler, Linus im Alkofen, Rolf hinten, ich in der Mitte, mit dünnem Leintuch. Mehr oder weniger gut geschlafen. Mir war zwischen 4.00h und 4.30h kalt, aber da muss man durch. Verzicht auf den greifbaren Schlafsack aus Trainingsgründen. Morgens leichter Regen, direkt auf das Rad, Baguette gekauft, noch warm gefrühstückt. Dann zum Grab der Heiligen Bernadette, tief beeindruckend und nachgehend, das brauchte Zeit.
2. Tag, Sonntag, 24.07.2005, Nevèrs nach Boussac
So ging es nach 10.00h erst los. Trocken war es geworden. Zunächst im Umgebungsverkehr von Nevers, dann ruhiger und schließlich fast ganz allein die Allee rauf über Apremont, Neuvy, Sancoins, Lurcy-Levis nach Urcay. 77km, zwischendrin richtig dick geregnet und nass geworden, 20km durch herrlichen Foret de Troncais, gut 25 im Schnitt und in Urcay im empfehlenswerten Gasthof „Lion d’Or“ preiswert, um nicht zu sagen billig, gut gegessen und dann gestärkt(?) aufs Rad.
Dann fing es an: Ein zermürbender Wind immer ins Gesicht – ist zart ausgedrückt. Die Bäume bogen sich stark zur Seite. Norbert angerufen, der war inzwischen in Boussac, was länger gedauert hatte, weil der offizielle Campingplatz ein Nudistenplatz war, dann hat er einen anderen gefunden „Chateau de Poinsouze, Les Castels“. Sauber, gepflegt, mit kleinem See, erstklassig angelegt auf der Höhe Richtung La Maison Rouge (La Chatre) und dann wurde es auch für ihn später uns entgegenzukommen. Er fuhr bis Culan. 7x angerufen, immer keine vernünftige Verbindung gehabt. Ich verstand ihn, er mich nicht, schließlich waren wir hinter Saulzais. Wieder angerufen. Da hatte er gesagt, er sei schon weg und schließlich haben wir ihn auf der Höhe bei Sidiailles erreicht, so dass wir doch gemeinsam nach Boussac konnten. Von dort ging es dann noch mal 3km leicht bis mittel bergauf.
Es war genug, rund 135km, 23er Schnitt, ziemlich platt. Nette Leute auf dem Campingplatz, auch bei den Campern um uns herum. Gute Dusche. Nach Boussac zum Essen in das Restaurant "Au Park“. 5-Gang-Menü für 13,00 €, bei den drei ersten Gängen je zehn Auswahlmöglichkeiten – macht 1000. Das war schon klasse. Qualität exzellent, empfehlenswert, einschließlich reichhaltiger Käseauswahl und am Schluss noch reife Erdbeeren. Freundlicher Familienbetrieb. Viel gelacht, entspannt und früh zum Campingplatz zurück, weil morgen noch einmal 133km. Wie schrieb einer, der da schon gefahren ist: Es ist wie im Schwarzwald, also bergiger. Schauen wir mal.
Nachzutragen: Fahrtzeit gut 5 Std. und 50 Min., Maximalgeschwindigkeit 52,9.
3. Tag, Montag, 25.07.2005, Boussac nach Solignac (Nexon)
Nachts hatte es 3x heftig geregnet. Besser Nachts als am Tag. 7.00h raus, duschen, Brot holen, Frühstücken, bezahlen: Überraschung – von Pilgern nimmt der Campingplatz kein Geld.
Hinter Boussac geht es auf ruhigster Straße wellig Richtung Gueret über Clugnat und Ladapeyre. Wir hatten Zweifel, ob wir dort rüber fahren wegen einer roten D 940 und der N 141 nachher Richtung Limoges oder ob es nicht besser gewesen wäre über Jarnages und Moutier-d‘Ahun zu fahren. Es hat sich bestätigt, dass wir richtig lagen. Das Geländeprofil macht kaum Unterschied, aber alle Straßen waren trotz mancher hoher und langer Wellen ruhig bis verkehrlos. Bevor es auf die N 145 nach Gueret geht, muss man aufpassen, dass man nicht auf die neue Autobahn ähnliche Straße kommt, sondern auf der alten vollkommen verkehrlosen N fährt. Von Gueret Richtung Pontarion und Bourganeuf geht es dann kräftig rauf, es regnete, später langgezogene Wellen, dann flacher und bei heftigem Gegenwind hinter Bourganeuf wieder welliger, im ständigen Wechsel. Hinter St. Leonard De Noblat, kaum Verkehr. Wir hatten ursprünglich die D 65 fahren wollen und haben noch früh gemerkt, wie es da hoch geht, deshalb umgeplant und direkt hinter der Brücke von St. Leonard links ab Richtung Eybouleuf auf D 7b und später D 19 Richtung Saint Hilaire Bonneval. Das geht zwar auch rauf, aber etwas weniger. Dann auf D 32. Das Wetter war freundlicher geworden, der Wind hatte etwas nachgelassen, nach Le Vigen. Das ist bergig, wie in der Eifel. 139,5km bis Soignac, 6,36 Std. Fahrzeit, 21,4 Schnitt, maximal 58,9 (zusammen 374). Besuch der beeindruckenden Kirche in Solignac, Stempel für den Pilgerpass holen, inzwischen war es 18.45h. Kein Campingplatz, der nächste auf unserer Strecke in Nexon 14km weiter. Also dahin. Lange Steigung hinter Le Vigen 4km. Dann nach Nexon und noch ca. 2km zum Camping de la Lande, guter Platz mit kleinem See, 16,00 €, netter Wirt, der mir am PC das herausfordernde Streckenprofil gezeigt hat. Abends gut gegessen im „Au Petit Chef“ in Nexon von Coq au Vin bis Käse...
4. Tag, Dienstag, 26.07.2005, Solignac (Nexon) nach St. Foy
Von Nexon nach St. Foy la Grande. 148,5km in 6,5 Std., Schnitt 23, maximal 52,5. Zunächst ging es über Jumilhac nach Thiviers quer durch das noch wellige Land, ab der beeindruckenden Burg in Jumilhac durch ein wunderschönes Tal. Wir fuhren von Anfang an etwas langsamer, um die Landschaft zu genießen. Man muss sich auch mal Zeit lassen. Vor der N21 konnten wir einen asphaltierten Parallelweg bis fast Thiviers fahren. In Thiviers eine Pause im „Le Coconuts“, etwas gegessen und getrunken. Es war sehr heiß geworden und der Zwang zum Trinken stark.
Hinter Thiviers dann kurz links, endlich die kleine Straße gefunden, die ich bei der Vorfahrt nachts nicht mehr gesehen habe, wieder parallel zur N 21 bis auf die Höhe von Negrondes, dann rechts ab und entlang der Bouronne von Chateau L‘ Eveque. Das war ein wunderschönes Stück, vollkommen ruhige Straße, wo wir es gemütlich rollen ließen und dann überholte uns auch noch ein französischer Radfahrer. Siehe da, das hat uns vollkommen kalt gelassen. In Chancelade, westlich Perigueux, kurze Rast. Literweise Wasser in Brasserie „La Plancha“ getrunken, die Flaschen aufgefüllt und wieder auf die heiße Straße nach Mussidan. War schon gut, dass uns das Geländeprofil entgegenkam. Es war nämlich 40° und wenn man den Fahrtwind nicht verspürte, dann legte sich die Hitze auf das dem Wind vorher ausgesetzte Gesicht, als wenn man zu nah an ein Bügeleisen kommt. Kurze Rast in Mussidan und noch mal ein paar kleine und große Wellen bis Le Fleix vor St. Foy, links ab über die Dordogne auf den Campingplatz „de la Bastide“, einfach aber auskömmlich, erstmals mit Mücken. Auch wenn Mancher es für wenig stilvoll hält vor dem Wohnwagen bei einer eiskalten Flasche Kölsch: Das haben wir uns verdient!
Abends im Restaurant „Les Templiers“ auf heißem Stein selbst gebraten, empfehlenswert! Bleibt nachzutragen: Schon in Ladignac war eine wunderschöne kleine Kirche. Chateau l‘Eveque und die Abtei bei Chancelade haben wir nicht näher besichtigt. Hitze, Zeitkonzept usw. haben uns gehindert. Schön war es hinter Mussidan in die Weingegend zu kommen. Bergerac und Bordoux es klingt schon im Glas und schließlich über die Dordogne. Es ist schön in Frankreich. Wir sind durch viele schöne Flusslandschaften gefahren. Welche ist die schönste? Seine, Loire, Dordogne?
5. Tag, Mittwoch, 27.07.2005, St. Foy nach St. Sever
Wir wussten, dass es wieder heiß wird, also früh raus, um morgens zu fahren und lange Mittagspause zu machen und die späteren Nachmittagsstunden zu nutzen, weil die längste Etappe bevorstand, angeblich 159km. Norbert 6.00h raus Suppe kochen. Wer kommt schon auf die Idee morgens heiße Gemüsesuppe zu essen. Reine Kraftnahrung, es gab natürlich auch ein richtiges Frühstück. Norbert und ich hatten nachts draußen geschlafen, Norbert schon von Anfang an. Es gibt nichts gesünderes. Überlebenstraining ist hart. Also frühstücken, aufräumen, spülen, packen, Stempel in den Pilgerpass, kurz vor 8.00h raus. Nachtrag zum Campingplatz: War halt so, vertrocknete Wiese, am Ufer der Dordogne, netter Verwalter, tausende von Brotbaumsamen, hätte man gut mitnehmen können, vergessen, gibt es auch bei Quelle.
Dann ab durch das Mittelgebirge, beste Weingegend. An jeder Ecke ein bekannter Rotweinname, aber was soll das, wenn es schon um 9.00h heiß ist und man sich bergauf, bergab müht. Über Les Leves, Landerrouat, Monsegur nach La Reole, Auros, Bazas, teils durch große Sonnenblumenfelder, bei ca. 70km mit einer imposanten Kathedrale, die dem hl. Johannes gewidmet ist und einem riesigen Rathaus. Inzwischen schon alles aufgetrunken was am Rad war, Lidl ist auch in Frankreich ein großer, nachtanken und dann über Pompejac nach Prechac richtig aufs Land. Kaum ein Auto, keine Menschenseele. Von Prechac nach Süden, was weiß man 60 oder 70km mehr oder weniger geradeaus über Callen, Luxey, Labrit. Die Straße hört am Horizont nicht auf, eine Hitze (40°). Kein Cafe oder gar Restaurant. Gut, dass wir unsere Müsliriegel hatten. Ein paar Radpilger überholt, zwei Lkws, ein paar Pkw’s und sonst keine Seele. Der Wind hatte aufgewärmt, er war nicht frisch, sondern heiß und böig und stellte sich uns deutlich entgegen, also wieder zermürbend und dann z.B. an einem Stück 17km geradeaus bevor man ein paar Häuser sieht, von Menschen keine Spur. Flach das ganze, ohne Steigung und Gefälle, mit einer grausam rauhen Straßenoberfläche, die jedes schnelle Fahren hinderte und uns furchtbar durchschüttelte. Da weiß man abends wenigstens, warum einem der Hintern weh tut.
Dann ein Schild „Pizzas“. Wir hin, zu trinken was man brauchte, aber Pizza gab es nicht, nur ein Komplettmenü mit vier Gängen. Wie soll man bei einer solchen Tour so viel Mittags essen, also weiter nach Brocas. Viel getrunken und ein dickes Sandwich mit Schinken bzw. Käse gegessen. Noch gut 40km mittendrin durch den Verkehr von Mont de Marsan und dann durch herrliche Baumalleen in das ruhigere St. Sever, guter Campingplatz, neben dran ein Schwimmbad, mal reingesprungen und hin und her geschwommen, zum Abendessen noch eine kleine Bergtour mit dem Fahrrad, gut gegessen mit Gemüsesuppe als Entré bei netten Leuten anständig und preiswert, 23.00h ins Bett bzw. auf die Wiese.
175km, Schnitt 22,5, 7,37 Std. im Sattel bei bis zu 40° und 50km-Maximalgeschwindigkeit.
6. Tag, Donnerstag, 28.07.2005, St. Sever nach St. Jean / Pied de Port
Donnerstag, 6.00h raus. Nach erneuter Nacht draußen mit Isomatte, Schlafsack und Mücken. Wie man halt so schläft. Mittleres Frühstück, weil ohne Hunger reingezwungen. 8.00h ab in die Berge, und zwar direkt und hart. In St. Sever Pilgerstempel vergessen, direkt stark bergauf bei dickstem Verkehr und dann froh, dass wir eine Nebenstrecke gefunden hatten. Wellig ist kein Wort ab 13% wird es ruppig, nun gut, man kann auch wieder runter.
Viel Landschaft, Einsamkeit und dann immer mehr Pilgerzeichen. Die Franzosen hier unten haben es begriffen. Nun kann man planen so viel man will, wenn die Beschilderung fehlt, muss man immer wieder die Karte auspacken. Über Hagetmau richtig ins zerklüftete Land, über Bellegarde, Labastide, Argelos, Beyries, in Sault wieder auf die D 933, vorher und nachher westlich der D 933 ein weiteres Stück komplett neuer Pilgerweg, aber mittendrin hinter Sallespisses ca. 2km kaum mit dem Rad zu fahren, feiner Sand durchmischt mit riesigen Kieselsteinen, so dass wir zu Fuß gehen mussten. Vielleicht hat einer, wie wir das von zu Hause auch kennen, sein Grundstück nicht hergeben wollen.
Auch heute wieder die Erfahrung mit französischem Straßenbelag außerhalb der Nationalstraßen. So rauh, dass man sogar bergrunter treten muss, dass man weiterkommt. Schnitt deutlich runter, weil das Gelände nicht mehr hergibt. Dann noch eine kleine Steigerung. Nach einer Pause in Orthez, einem schönen kleinen Städtchen mit moderner Fußgängerzone und vielen kleinen Geschäften, über mehrere Buckel und dem wunderschön gelegenen Hopital d‘Orion nach Sauveterre. Da war es aber Zeit, dass wir was zu essen bekamen. Auch hier schöne kleine Kirche, Kerze vor der Madonna aufgestellt und dann in das einzige offene Gasthaus. Viel Flüssigkeit getrunken, wie überhaupt an diesem heißen Tag bei 34° aufwärts.
Ein gutes Sandwich gegessen und auf die letzten gut 41km über die große Hauptstraße mit Verkehr, aber einem fast durchgängig markierten Randstreifen. Ein paar heftige Steigungen, tolle Abfahrten und eine ganze Reihe von Mitpilgern getroffen. In einem Supermarkt noch mal Wasser aufgetankt, man muss an einem solchen Tag zwischen 6 und 7 Liter trinken, was kräftiges essen und zwischendrin den ein oder anderen Müsliriegel, auch wenn man nach dem 3. Tag keinen mehr sehen kann. Das Gelände hinter Sauveterre wird dann zunehmend voralpin.
Die ersten Pyrenäenhöhen werden sichtbar und dann waren wir schon da. Campingplatz in St. Jean le Vieux sehr einfach mit guten Duschen, aber man reduziert sich ohnehin auf das Notwendige bei einer solchen Tour. Morgens ein paar Fotos gemacht, dann die Akkus überspannt, im Supermarkt Batterien, so dass wir weiter fotografieren konnten, aber insgesamt zu wenig. St. Jean ist ein überlaufener Touristenort. Hier treffen sich Tausende auf ihrem Pilgerweg. Teuer aber gut gegessen.
Gut 108km, 5,50 Std., knapp 20 im Schnitt, 61 maximal, 809 zusammen.
7. (letzter Tag), Freitag, 29.07.2005 von St. Jean / Pied de Port nach Pamplona
Nachts zunächst heftiger Sturm, dann Regen. Deshalb eine halbe Stunde länger geschlafen, aber 6.30h raus, damit wir früh weg sind. Stempel holen für Pilgerpass. Kein Problem im Rathaus, aber im Pilgerbüro gibt es Stempel nur für die, die persönlich dahinkommen. Die Jungs waren in der Stadt unterwegs, da half kein Bitten und Betteln. Wir wollten nicht über den Punto de Ibaneta und Roncevalles, weil zu viel Tourismus. Also einsamer, zunächst nach St. Etienne 12km und dann nach Banca noch mal 8km. Dann ging es langsam bergauf bei 30° Außentemperatur.
Zunächst noch auf guter Straße bis Aldudes und dann richtig hoch, ohne Unterlass über Esnazu mit einem hübschen kleinen Kirchelchen. Ab 13% Steigung, ohne Unterlass bergauf bis zur spanischen Grenze. Rund 4km ganz steil und dann noch mal gut 2km leicht bergauf auf einem einzigen Flickenteppich. Hinter der Grenze fast neue spanische Nationalstraße, runter und wieder bergauf zum Collado de Urquiaga.
Zwischendrin hatte Linus 5000km auf dem Tacho seines Rennrades.
Danach ging es rasant abwärts und wieder stetig rauf, etwa 2,5km und noch rasanter an dem Flüsschen Arga entlang 9km bergab bis zum Stausee von Eugi. Vom Eugisee und der N138 auf die N135 die letzten 17km nach Pamplona bzw. 5km bis ins Zentrum. Pamplona war um 14.30h erreicht. Gesamtkilometer 81,8; 3,50 Std.; 21,6 Schnitt; 56,5 max.; insgesamt 896,53km (Der Unterschied zur Zusammenrechnung erklärt sich aus Zwischenfahrten, z.B. zum Grab der hl. Bernadette.).
Stadtbesichtigung, herumgelaufen, fotografiert, Kaffee getrunken, Zitadelle betrachtet, Kirche San Cernin, Stempel bei Tourismusoffice geholt und Stadtkern erklären lassen. Kathedrale Santa Maria zu, beim hl. Franziskus Ruhe gefunden, Stille in der großen Stadt. Abfahrt ca. 17.30h noch über 200km gefahren. Das ist am Anfang schwierig, weil zwischen Pamplona und St. Jean wegen der Straßen- und Verkehrsverhältnisse das Stundenmittel weit unter 50 liegt. Auf dem Punto de Jebaneta war es kalt, ein paar Fotos gemacht, dann über Valcarlos, St. Jean nach Orthez und bei St. Justin nordöstlich von Mont de Marsan abseits der D933 einen guten Campingplatz gefunden. Wieder draußen an der frischen Luft gut geschlafen, gut geduscht und gefrühstückt und um 8.00h los Richtung Norden Marmande, Bergerac, Perigueux, Limoges, Chateauvoux, Bourges, Auxerre, Troyes, Toul, Metz, Luxemburg, Mayen in 17 Stunden. Das ist anstrengend als den ganzen Tag auf dem Fahrrad. Jetzt muss erst mal alles verarbeitet werden. |
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Kartenmaterial |
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Michelin Regional 1/200000, Nr. 514, 519, 520; Michelin Local 1/175000, Nr. 307 (vergriffen). Besser sind die Karten des JGN.
Michelin Local Nr. 319, (336), 342; Michelin Regional Nr. 519, 522, 521, 525
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Strecke mit Km-Angaben |
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Mayen – Monreal – Gunderath – Horperath – Ulmen – Steiningen – Mehren - Radweg Daun - Wittlich (74) - Hetzerath (90) - Trier (St. Matthias 119) - Wasserbillig (128) - Grevenmacher (138) - Wincheringen (150 Hotel/152) 1. Übernachtung - über N10 in Luxemburg nach Remich (14) - Schengen (7) - Contz les Bains (5) (Moselstrecke) - Rettel N153 (3) - Ham (12) –Valmestroff - Distroff (7) – Stuckange - Immeldange (18) – Bertrange - Mondelange (6) - Metz (17, Dom insgesamt 231) – Ars (D6) – Arnaville (D952) – Pont a Mousson (32) – Blenod – Dieulouard (N57) – Pompey (20) – Liverdun – Villey (D191, km 298) – Toul (12, 312 insgesamt) – 2. Übernachtung – Blenod (D960, 11) – Bulligny (D11, 3) – Barisey – Autreville (N74, 13) – Soulosse (13) – Coussey (D3, 4) – Sionne - Midrevaux (D71E) – Grand (17) – Trampot (D19) – Leurville – Busson (D225) – Reynet (D25) – Vigne la Cote – Andelot (D147, 25) – Blancheville (D44) – Briaucourt – Bologne (17) – Marault – Jonchery (D109) – Villiers le Sec (14) – Richtung Brottes auf D10 von Chaumont auf E17-E54 (12); Besser: über Montsaon (D65) – Semouvieres (D101) auf D 10 Dann Richebourg – Arc en Barrois (14) – 3. Übernachtung – Aubepierre (D159) – Lignerolles – La Chaume (D102) – Louesme – Bissey (D965, 30) – Chatillon sur Seine (15) – Ampilly (7) – D29 – Massoult – Nesle (D29) – Planay – Verdonnet (D59) – Asnières – Cry – Perrigny (D905) – Buffon (42, plus Umweg Arrans 7 km) – 4. Übernachtung – Aisy (D957) – Bierry - Vassy – Santigny – Montreal – Avallon (46) – Vézelay (14)
Vézelay-Fontenay-D53-Nuars-D119-Cuzy-D213-La Condraye-D34-Asnan-Brinon-D5-Freigny-D180-D140-Arthel-Rosay-St. Bonnot-D540-Dompierre-D117-la Celle-St. Aubin-le Greux-D207-D148-Feullies-D207-Nevers-über Brücke der Loire = 97km
Nevers-Clos-Ry-D976-La Groneuille-D45-Apremont-Neuvy-D41-Sancoins-D951/D40-Lurcy-Lewis-D978-Urcay-D62-Saulzais-D67-C? La Presle-D4-Culan-D997-Sidiailles-Preveranges-Boussac = 135km
Boussac-D11-Clugnat-Ladapeyre-Alain-N145 alt-Gueret-D940-Pontavion-N141-Beurgauneuf-St. Leonard-D7-Eybouleuf-D19-St. Hilaire-Bonneval-D32-D220-Le Vigen-Solignac-D704-D15-Nexon-D11-St. Hilaire les places -= 139,5km bis Solignac
Nexon-D11-St. Hilaire-Ladignac-Jumilhac-D78-N21-Thiviers-D8-D73-Negrondes-C? entlang der Beauronne-D3-Agonac-Chateau L’Eveque-D939-Chancelade-D3-St. Astier-Musidan-D20-St. Gery-St. Foy La Grande = 148,5km
St. Foy-D672-Les Leves-La Grand Croix-D234-Landerronat-D312-Esclottes-D668-Monsegur-La Reole-D12-Lapierre-Savignac-Auros-Bazas-D9-Pompejac-Prechac-Souis-D104-Callen-D4-Luxey-D651-Labrit-Brocas-Mont de Marsan-N134-St. Pierre-D390-Haut-Manco-D933 St. Sever = 175km
St. Sever -D933-Hagetmau-D337-Bellegarde-Labastide-Argelos- D376-Beyries-Sault-D933-Mastrot-C?-Sallespisse-Orthez-D23-L’Hopital d’Orion-Beüsse-Sauveterre-D933-St. Palais-St. Jean = 108km
St. Jean-D15-St. Etienne-D948-Banca-Aldudes-D58-Esnazu-Collado de Urquiaga-N138-Eugi-Zubiri-N135-Pamplona = 82km |
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Bernhard Mauel Semmelweisstr. 18 56727 Mayen 0 26 51 / 4 85 66 p 02 61 / 1 08-2 02 d Fax: 0261 / 1 08 - 2 76 d Bernhard.Mauel@kvmyk.de |
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Von Briedel (Mosel) nach Santiago mit dem Rad Von Berlin nach Jerusalem
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